In Hamburg wohnt man gerne etwas großzügiger

Die Unterschiede in der Wohnfläche von Stadtteil zu Stadtteil sind enorm. (Grafik: Immonet)
Die Unterschiede in der Wohnfläche von Stadtteil zu Stadtteil sind enorm. (Grafik: Immonet)

Das Immobilienportal Immonet ist der Frage nachgegangen, wie groß die Deutschen wohnen. Den Anfang macht die Hansestadt Hamburg. Hier ist das Ergebnis eindeutig: Der Hamburger liebt es groß. Die großzügigsten Wohnungen finden sich im Stadtteil Nienstedten. Aber: In einigen Stadtteilen begnügen sich die Hamburger auch mit kleineren Appartements – zum Beispiel im Stadtteil Kleiner Grasbrook.

In Hamburg wohnt man gerne groß. Rund 84 Quadratmeter umfassen die Wohnungen in der Hansestadt durchschnittlich. Das ist über dem deutschen Mittel, das bei 80 Quadratmetern je Wohnung liegt. In mehr als der Hälfte aller Hamburger Stadtteile liegen die Wohnungsgrößen über dem deutschen Schnitt. Dabei schwanken die Quadratmeterzahlen jedoch sehr stark von Viertel zu Viertel. Dabei wurden die Ende 2013 auf immonet inserierten Wohnungen in den verschiedenen Stadtteilen hinsichtlich ihrer Größe und ihrer Netto-Kaltmiete analysiert.

In Nienstedten und in der Hafencity wohnt Hamburg am größten – und am teuersten

Besonders großflächig lebt man in Nienstedten. In der exklusiven Lage an der Elbe umfassen die Wohnungen im Schnitt 117 Quadratmeter. Auch Hamburgs neuestes Wohnviertel, die Hafencity, zählt zu den Toplagen, bietet viele Luxuswohnungen und dementsprechend großen Wohnraum. Mit 107 Quadratmetern liegen die Wohnungsgrößen nur knapp unter dem Spitzenwert. Hier erreichen auch die Quadratmeterpreise Rekordmarken. 16,48 Euro muss pro Einheit zahlen, wer in der Hafencity eine Wohnung mieten möchte – nirgendwo sonst in Hamburg wohnt man so teuer.

Die Unterschiede in der Wohnfläche von Stadtteil zu Stadtteil sind enorm. (Grafik: Immonet)
Die Unterschiede in der Wohnfläche von Stadtteil zu Stadtteil sind enorm. (Grafik: Immonet)

Weitläufige Wohnungen mit durchschnittlich 112 Quadratmetern finden sich aber auch in Rothenburgsort. Und groß bedeutet hier nicht unbedingt teuer: In dem ebenfalls noch zentral gelegen früheren Arbeiterviertel liegt die Kaltmiete bei nur 8,13 Euro und damit deutlich unter dem, was Hamburger im Mittel für eine Wohnung zahlen müssen. Laut Analyse von Immonet verlangen Vermieter im Schnitt 11,21 Euro in der Hansestadt. Das deutschlandweite Mittel liegt bei 6,55 Euro pro Quadratmeter. Umgekehrt gilt, teuer bedeutet nicht automatisch groß: In Lokstedt leben die Bewohner auf rund 77 Quadratmeter. Der Preis liegt jedoch aktuell bei 12,18 Euro.

Hamm und Kleiner Grasbrook – kleine Wohnungen dominieren

Wie der Name schon sagt, finden sich die kleinsten Wohnungen im Stadtteil Kleiner Grasbrook im Bezirk Hamburg-Mitte. Ohnehin kein typisches Wohngebiet ist man dort gerade mal auf 51 Quadratmetern zuhause. Aber auch andere Stadtteile in Hamburg Mitte weisen eher kleinere Wohneinheiten aus. Die Größe in Hamm-Mitte und Horn liegt im Schnitt noch unter 60 Quadratmetern. Kleinere Wohnungen sind jedoch nicht nur nahe dem Stadtzentrum verbreitet, sondern auch in den Außengebieten finden sich beispielsweise in Heimfeld, Billstedt oder Stellingen viele Appartements kleinerer Größe. Auch in Finkenwerder oder Moorfleet machen es sich die Hamburger eher auf kleinerem Raum gemütlich. Die günstigsten Wohnungen im Hamburger Raum finden sich jedoch in Harburg, in fast allen Vierteln in dem Bezirk liegen die Mietpreise unter acht Euro pro Quadratmeter. Der deutsche Mittelwert wird aber ausschließlich in Moorburg unterschritten: 6,39 Euro kostet der Quadratmeter dort laut Immonet.

Immobiliensuchende, die eine große aber vergleichsweise günstige Wohnung möchten, schauen am besten im Norden und den ländlichen Gebieten der Hansestadt: Besonders viele große Wohneinheiten gibt es in Poppenbüttel, Volksdorf, Wohldorf-Ohlstedt und Duvenstedt, in den beiden letztgenannten bewegt sich der Durchschnittspreis je Quadratmeter immerhin noch +unter zehn Euro.

Weitere Werte zu allen Stadtteilen finden sich unter dem Wohn- und Mietspiegel auf immonet.de. Dort gibt es auch weitere Informationen zu Hamburg und den Stadtteilen.

Über Markus Burgdorf 210 Artikel
Markus Burgdorf ist Journalist und PR-Berater im Bereich Immobilien. Seit vielen Jahren schreibt er über alles, was mit Immobilien zusammenhängt. Er wohnt selbst in einer ehemaligen Schule, die er mit seiner Partnerin zum Wohnen und Arbeiten umbaut.

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