Aus ist nicht gleich aus: Milliarden durch Leerlaufverluste bei Elektrogeräten

Auf rund vier Milliarden Euro pro Jahr schätzt das Umweltbundesamt die Leerlaufverluste, die im Bereitschaftsmodus und Schein-Aus-Zustand entstehen. Dabei ist es doch schon eine Binsenweisheit, dass der Stand-by-Modus kein Spar-, sondern ein stromfressender Verbrauchsmodus ist. Aus ist eben nicht gleich aus: Fernseher, Receiver, Spielekonsolen, PCs – fast jedes Elektrogerät frisst insgeheim, auch wenn es vermeintlich ausgeschaltet wurde, Strom.

Viele Bundesbürger ziehen weder den Stecker noch legen sie den Schalter um

Laut einer repräsentativen Umfrage der tns Emnid mit über 1.000 Personen in Deutschland, die im Auftrag der Gagfah Group, Deutschlands größtem börsennotiertem Wohnungsunternehmen, durchgeführt wurde, befinden sich in 68 Prozent der Haushalte mindestens 1 bis 5 Elektrogeräte im Wartemodus. Ob aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit, nur 22 Prozent der Bundesbürger haben keines ihrer Elektrogeräte im Stand-by-Modus.
In 68 Prozent der Haushalte sind bis zu fünf Geräte im Stand-by-Modus
Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es dabei kaum, die Werte entsprechen dem Bundesdurchschnitt. Es gibt nur eine kleine Ausnahme: 12 Prozent der Männer geben an, mehr als fünf Elektrogeräte im Stand-by-Modus zu betreiben, bei den Frauen sind es nur 7 Prozent. Demgegenüber gibt es ganz eindeutige altersspezifische Tendenzen und Divergenzen: Je älter der Bundesbürger, desto weniger Geräte befinden sich im Bereitschaftsmodus.

Auffällig hoch sind die Stand-by-Quoten bei den Altersgruppen 14–29, 30–39 und 40–49. Dabei haben die 40–49-jährigen mit 72 Prozent bei 1–5 Geräten im Stand-by die Nase vorn und die 14–29-jährigen mit 20 Prozent bei mehr als 5 Elektrogeräten im Wartemodus.

Bürger mit einem höheren Bildungsabschluss sowie einem höheren Haushaltsnettoeinkommen haben tendenziell nicht nur mehr Geräte, sondern auch höhere Stand-by-Quoten. Im Vergleich geben sowohl Bundesbürger ohne Lehre als auch Personen mit einem kleineren Haushaltsnettoeinkommen häufiger an, keine Geräte im Stand-by-Betrieb zu belassen.

Vergleichsweise viele Stromsparer finden sich in den Bundesländern: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In kleinen Regionen befinden sich in überdurchschnittlich vielen Haushalten zwischen einem und fünf Geräten im Wartemodus.
Um den hohen Leerlaufverlusten entgegenzuwirken, gibt es seit 2010 einen gesetzlich vorgeschriebenen Wattverbrauch bei Elektrogeräten im Bereitschaftsmodus. Derzeit dürfen die Geräte noch max. 1,00 Watt pro Stunde im Stand-by verbrauchen, demnächst wird das Gesetz auf maximal 0,5 Watt verschärft.

Um dem Stand-by demnächst aus eigenem Antrieb Goodbye sagen zu können, empfiehlt es sich, beim Kauf auf CE-geprüfte Geräte zu achten und beim Abschalten entweder den Stecker zu ziehen oder den Netzschalter an der Mehrfachsteckdosenleiste umzulegen.

In der 2. Kalenderwoche, zwischen dem 2. und 3. Januar 2013, wurden 1.009 Personen in Deutschland befragt, wie viele ihrer Geräte im Haushalt meistens im Stand-by-Betrieb sind. Sie konnten zwischen den Antworten wählen, kein Gerät, 1–5 Geräte, mehr als 5 Geräte, weiß nicht/keine Angabe.

Über Markus Burgdorf 203 Artikel
Markus Burgdorf ist Journalist und PR-Berater im Bereich Immobilien. Seit vielen Jahren schreibt er über alles, was mit Immobilien zusammenhängt. Er wohnt selbst in einer ehemaligen Schule, die er mit seiner Partnerin zum Wohnen und Arbeiten umbaut.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen