Ist der Traum vom Eigenheim bezahlbar? Das kann man vorher testen…
10. Dezember 2009Die Situation ist verführerisch. Die Bauzinsen sind immer noch vergleichsweise niedrig, die Immobilienpreise insgesamt recht günstig. Das könnte doch der richtige Zeitpunkt sein, um Bau oder Erwerb der eigenen vier Wände anzugehen: Endlich ins eigene Heim ziehen statt Miete zu zahlen! Aktuell kommt noch die herausragende Bedeutung einer mietfreien Immobilie für die Altersvorsorge hinzu als echte Kostenentlastung im Ruhestand.
Am Anfang sollte immer der Kassensturz stehen
Denn ob sich der Traum finanzieren lässt, muss mit kühlem Kopf durchgerechnet werden. Alexander Vorndran vom Finanzdienstleister BSCÂ warnt: “Niemand sollte sich nur wegen niedriger Zinsen eine Immobilie zulegen. Man muss die eigenen Mittel und Möglichkeiten genau ausloten und realistisch einschätzen.” Erfahrungsgemäß sei es empfehlenswert, systematisch und in mehreren Schritten vorzugehen. “Die aufgewendete Zeit und die Mühe zahlen sich langfristig aus”, betont Vorndran. Er rät zunächst zum Kassensturz, also die regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben gegeneinander zu rechnen. “Der gewohnte Lebensstandard sollte durch die Baufinanzierung nicht beeinträchtigt werden!”
Ab ins Tilgungstrainingslager
” Wie viel Haus “drin” ist, hängt dann von der monatlichen Rate ab, die der Kreditnehmer stemmen kann. Die Grundregel lautet: Höchstens ein Drittel des monatlichen Familien-Nettoeinkommens sollte in den Kredit fließen. Die Gegenüberstellung der kompletten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten mit den nach Abzug der “eisernen Reserve” verbleibenden Eigenmitteln zeigt, wie hoch das Fremdkapital ist, das man sich über ein Darlehen besorgen muss.
Welche Beiträge dafür jeden Monat an die Bank gezahlt werden müssen, errechnet sich aus dem aktuellen Baugeldzins und der Tilgungsquote. Sie sollte mit mindestens zwei Prozent angesetzt werden, um genügend Reserven für mögliche Zinserhöhungen zu haben. Alexander Vorndran: “Ob sich die Rate aus Zins und Tilgung aus dem Haushaltsbudget tragen lässt, das findet man am einfachsten in einem Tilgungstraining heraus. Vor der ‘echten’ Finanzierung tut man also eine Zeit lang so, als ob man schon wie geplant finanzieren würde. Nur tilgt man eben kein Darlehen, sondern spart die Rate an. Auf diese Weise sieht der Häuslebauer in spe sofort, ob es passt oder nicht.”

