Hausbauunternehmen Kampa kündigt Insolvenzantrag an
13. März 2009Das Hausbauunternehmen Kampa AG ist nach eigener Auskunft zahlungsunfähig. Der Vorstand werde daher unverzüglich Insolvenzantrag für die Kampa AG und ihre Tochtergesellschaften stellen, teilte die Firma aus Minden (Westfalen) mit. Dieser Vorstand war vor einer Woche noch umgebildet worden. Scheinbar zu spät, um das Ruder noch herumzureissen. Es wird aktuell noch geprüft, ob einzelne Konzerngesellschaften ausgenommen werden können.

Haushersteller Kampa AG rutscht in die Insolvenz (Foto: Kampa)
Kampa kämpft nach sehr aggressiver Expansionspolitik (Übernahme von Hebel Haus, Libella und ExNorm, sowie weiteren Unternehmen im benachbarten Ausland) seit zwei Jahren mit erheblichen Verlusten, die in ihrer Höhe auch Branchen-Insider überraschten.
Der Versuch, durch das Kaufen schwächerer Marktteilnehmer die eigene Größe signifikant zu erhöhen, war nicht erfolgreich. Mehrere hastige Strategieänderungen, wie zuletzt die Beschränkung auf die Marken Kampa (Fertighaus) und Hebel (Massivhaus) brachten nicht die gewünschten Erfolge, weil das Unternehmen Restrukturierungskosten in erheblicher Höhe hatte und zusätzlich Schulden beim Finanzinvestor Triton in Höhe von 58 Millionen Euro bestehen, die mit 10% verzinst werden mussten. So wurden bereits 230 von zuvor insgesamt 950 Stellen gestrichen und drei Standorte geschlossen. Zuletzt lud die Firma wegen des Verlustes der Hälfte des Grundkapitals für den 20. März zu einer außerordentlichen Hauptversammlung ein. Auf der Hauptversammlung sollte deshalb über eine Kapitalerhöhung abgestimmt werden. Dazu kommt es nach dem Insolvenzantrag wohl nicht mehr.
Das Mindener Tageblatt hat zur Insolvenz einen Artikel mit Kommentaren des früheren Vorstandsvorsitzenden und Ex-Aufsichtsrat Dr. Bernd F. Pelz verfasst, der lesenswert ist, beleuchtet er doch auch die Rolle des Finanzinvestoren Triton beim Niedergang der Kampa AG.
Zum Einstieg von Triton bei Kampa gibt es einen Artikel beim Manager Magazin, der im direkten Gegensatz zu dem steht, was Triton bei Kampa vollzogen hat.






admin 14. März 2009 um 15:45
Inzwischen ist der Insolvenzantrag von Kampa für den Konzern und die sieben Tochtergesellschaften eingereicht worden. Werner Schreiber vom Anwaltsbüro Wellensiek ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden und prüft derzeit die Chancen einer Sanierung des Unternehmens.
admin 14. März 2009 um 19:48
Wir wurden gefragt, was man als Kunde von Kampa in der aktuellen Situation tun soll. Eine Insolvenz muss für das betroffene Unternehmen nicht das Ende sein, deshalb keine Panik! Da wir keine Rechtsberatung anbieten, können wir nur sagen, was wir tun würden.
1. Unseren Ansprechpartner kontaktieren
2. Fragen, wie es weitergeht und was für den Bau konkret geplant wird.
3. Nur bei Unklarheiten oder Baustopp anwaltliche Hilfe nutzen