Die Deutschen lassen das meiste Geld in Baumärkten
23. Februar 2008Das Europa Konsum-Barometer, eine Studie der Dresdner-Cetelem Kreditbank zeigt, dass hierzulande auch im letzten Jahr mehr Geld in Heimwerkerbedarf investiert wurde als in den übrigen Ländern Europas. Daher kann Deutschland auch für 2007 wieder das mit Abstand größte europäische Marktvolumen der Baumarktbranche für sich verbuchen. Auch in Russland und Polen erfreuen sich Eigenleistungen am Bau immer größerer Beliebtheit. Dies belegen die signifikant gestiegenen Absatzzahlen des russischen und polnischen Fachhandels. „Das sich immer weiter ausdifferenzierende Angebot der Bau-Fachmärkte spricht länderübergreifend immer mehr Kunden an.“, interpretiert Gerald Schmid, Product Manager Consumer Products bei der Dresdner-Cetelem Kreditbank, die Aussichten der Branche.

Obwohl sich das Marktvolumen 2007 um schätzungsweise zwei Prozent verringert hat, bleibt Deutschland mit Abstand wichtigster europäischer Markt für die Baumarktbranche. Mit geschätzten 38,25 Milliarden Euro Umsatz kann Deutschland seine Spitzenposition gegenüber Großbritannien verteidigen. Den dritten Platz sichern sich wiederholt die Franzosen. Größte Zuwachsraten lassen sich für Zentraleuropa feststellen. In der Tschechischen Republik, Serbien und Russland finden sich Steigerungen über 20 Prozent.Deutsche lieben DIY
Im Vergleich zum Vorjahr haben die Deutschen 2007 ihr jährliches Baumarkt-Budget noch einmal um 21 Euro aufgestockt. Durchschnittlich wurden hierzulande 976 Euro in Bohrmaschinen, Gipsplatten und Co. investiert. Dicht aufrücken konnten die Briten und Belgier: 951 Euro beziehungsweise 944 Euro wechselten an der Kasse eines Baumarktes den Besitzer. Das gleiche Bild zeigt sich auch für die durchschnittlichen Ausgaben bei vergleichbarem Einkommen. Wieder besetzt Deutschland den ersten Platz. Im Vergleich zu den reellen Ausgaben hat sich der Abstand zu den Nächstplazierten sogar deutlich ausgeweitet.
Kaufabsichten steigen leicht
Im europäischen Durchschnitt ist ein leichter Anstieg in den Kaufabsichten zu verzeichnen. Während für 2007 noch ein Viertel der Befragten ein Budget für den Baumarkt-Einkauf einplanten, sind es für 2008 schon 27 Prozent. Die deutschen Haushalte verzeichnen eine minimale Steigerung von einem Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt möchten 31 Prozent in diesem Jahr in Baumarktprodukte investieren.
Heimwerkerbedarf auch online gefragt
Im letzten Jahr informierte sich jeder vierte befragte Deutsche vor dem Kauf eines Heimwerkerartikels vorab im Internet. Nur in Großbritannien und Belgien holten ähnlich viele befragte Heimwerker auf diesem Wege die gewünschten Informationen ein. „Aus diesem Grund lohnt es sich auch für den stationären Handel im Internet mit ansprechender Produktauswahl und individuellen Service-Merkmalen auf sich aufmerksam zu machen.“, schlussfolgert Experte Schmid. Einen Baumarktartikel online erworben haben dagegen nur noch neun Prozent der Deutschen. Trotzdem kauften mit 14 Prozent lediglich in Großbritannien mehr Konsumenten ihre DIY-Utensilien im Netz. In diesem Jahr haben wiederum neun Prozent der Deutschen einen Baumarkt-Einkauf mit der Maus geplant.
E-Commerce – Entwicklungen und Prognosen
Wie vernetzt ist Europa?
Die Zahl der Internetzugänge steigt weiter und mit ihr auch der Umsatz im E-Commerce. Dieser soll 2010 bereits 15 Prozent des europäischen Handelsvolumens ausmachen. In Deutschland werden dann wahrscheinlich vier von fünf Haushalten über einen Zugang zum Netz verfügen; in Europa voraussichtlich einer von zweien. Dabei wird eine schnelle Verbindung immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Bereits jetzt nutzen 85 Prozent der befragten Deutschen und 54 Prozent der Europäer (im Büro oder zuhause) einen Breitbandanschluss. Auch die Anzahl der wöchentlich online verbrachten Stunden wird europaweit auf Kosten der klassischen Medien von 12,4 in 2007 auf voraussichtlich 15 Stunden in 2010 steigen. Immer mehr Menschen benutzen ihre Online-Zeit dazu, sich über Produkte zu informieren oder sie zu kaufen. Mit 62 Prozent geben die Deutschen an, bereits online eingekauft zu haben. Sie liegen damit an der Spitze dieser Bewegung in Europa.
Wer kauft im Internet?
Online-Shopping ist in fast allen Ländern der Studie vor allem eine Domäne junger, gut verdienender Männer. In der Altersgruppe über 65 Jahre geht der Anteil der Befragten, die schon online eingekauft haben, in den meisten Ländern gegen null. Deutsche Rentner sind die modernsten: mehr als jeder vierte gibt an, schon im Internet gekauft zu haben.
Wo und wie wird online eingekauft?
Vor allem beim ersten Einkauf über das Internet werden gerne Shops von Anbietern ausgewählt, die auch über ein stationäres Ladengeschäft verfügen. Der Kunde hat bereits Vertrauen zum Unternehmen gefasst und rechnet so auch bei diesem neuen Verkaufskanal mit dem ihm schon bekannten Service. In Deutschland und in Portugal kauften signifikant mehr Befragte bei einem solchen Online-Shop als bei einem reinen Internetanbieter. Europaweit verliert das Kriterium der stationären Präsenz von Online-Anbietern zunehmend an Bedeutung.
Wie viel und wie wird gezahlt?
Die Bereitschaft online bei einem Einkauf 1.000 Euro oder mehr auszugeben, ist unter den deutschen Online-Käufern hoch. Knapp jeder vierte zieht dies in Betracht. In der Wahl ihres Zahlungsmittels sind die Deutschen dagegen vorsichtig. Mit einem Kauf auf Rechnung wissen sich die meisten Online-Shopper auf der sicheren Seite. Die Mehrheit der Deutschen empfindet Zahlungssicherheit im Internet mittlerweile als gewährleistet. Trotzdem beziehen sich die gängigsten Befürchtungen in Zusammenhang mit dem Einkaufen im Netz immer noch auf dieses Thema. Durch optimalen Service im Bereich Lieferung und Zahlungsabwicklung können virtuelle Händler mögliche Vertrauensdefizite ausgleichen. Gleichzeitig erhöhen sich damit die Chancen auf eine langfristige Kundenbindung. „Der Faktor Kundenbindung wird analog zum Point-of-Sale auch in der virtuellen Verkaufswelt immer mehr an Bedeutung gewinnen.“, bringt Dr. Anja Welsch, Leitung Sales Support bei der Dresdner-Cetelem Kreditbank, das Potenzial für Online-Händler auf den Punkt.
In den meisten west- und südeuropäischen Ländern wird bereits bevorzugt mit Kreditkarte bezahlt. Spanier und Briten nutzen auch den Verbraucherkredit schon als gängige Zahlmöglichkeit.

